Buchrezension "Das Welttagebuch" von Alexandros Stefanidis und Julia Otterbach
Wussten Sie, dass es einen "Hast du gepupst? Tag" gibt? Oder einen "Internationalen Matsch-Tag"? Nein? Ich auch nicht und ich glaube, grundsätzlich ist das gar nicht so schlimm, aber es ist interessant und witzig zu wissen, dass es solche Tage gibt. Um genau zu sein gibt es 365 solcher Tage und oft ist an einem Tag nicht nur einer Sache oder Idee gedacht, sondern gleich mehreren. Am 10. Februar zum Beispiel ist der "Regenschirm Tag", "Tag der Plimsoll-Marke (Höchstlademarke am Schiff)", "Tag der Frischkäse-Brownies", "Tag der doofen Nuss", "Internationaler Tag des Feuerlöschers" und der "Tag der Kinderhospizarbeit". An diesem Tag durften wir zu Wort kommen.
Vor allem mein Göttergatte freut sich sehr, dass er auch mal was sagen durfte, was abgedruckt wird. Das Interview wurde über die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München ermöglicht und Ricardo Vizcaino hat mit sehr viel Feingefühl unser Gespräch aufs Papier gebracht. Auf neun Seiten erzählt er unsere Geschichte und führt am Ende aus, warum der Tag der Kinderhospizarbeit für Familien wie unsere so wichtig und wertvoll ist.
Einen kurzen Auszug aus dem Interview finden Sie hier:
"Man fühlt sich wie ein Aussätziger?
und der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz
München zu holen?"
Vor allem mein Göttergatte freut sich sehr, dass er auch mal was sagen durfte, was abgedruckt wird. Das Interview wurde über die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München ermöglicht und Ricardo Vizcaino hat mit sehr viel Feingefühl unser Gespräch aufs Papier gebracht. Auf neun Seiten erzählt er unsere Geschichte und führt am Ende aus, warum der Tag der Kinderhospizarbeit für Familien wie unsere so wichtig und wertvoll ist.
Einen kurzen Auszug aus dem Interview finden Sie hier:
"Man fühlt sich wie ein Aussätziger?
Yvonne
Dinger: Ja,
genauso fühle ich mich. Wir sind die mit dem
Alien. Beispiel: Babymassage-Kurs. Die
anderen Mutter haben
sich zum Abschluss noch mal zum
Frühstück getroffen, aber mich
haben sie gar nicht gefragt.
Henry
Dinger: Ich
wurde das nicht ganz so sehen. Als Aussätziger
bin ich jemand, der nicht beachtet,
abgelehnt wird, am Rand
steht. Das bin ich aber von der
Persönlichkeit her nicht. Wir gehen
auf Facebook sehr offensiv mit Katharina
um. Einmal, um
anderen Leuten die Angst zu nehmen,
immer wieder fragen zu
müssen: ≫Ist das
Kind schon tot oder wie geht’s euch denn eigentlich?
≪
Zum anderen auch, um auch am Leben teilzunehmen.
Yvonne
Dinger: Aber
klar: Irgendwann werden Sie auch einfach
nicht mehr eingeladen. Das ist so.
Henry
Dinger: Worüber
wollen Sie sich mit uns auch unterhalten?
Über den Karibik-Urlaub?
Yvonne
Dinger: Über
den Englisch-Lehrer? Sie dürften bei uns
nicht mit am Tisch sitzen, wenn wir
essen. Da wird auch mal über
die Konsistenz von Katharinas Stuhlgang
diskutiert. Das kann
schon zu Irritationen fuhren, wenn Sie
Besuch haben, der vielleicht
auch ein wenig zart besaitet ist
.
Kommen
Sie auch mal in eine Phase des Lamentierens?
Henry
Dinger: Ich
habe noch nie über irgendwas lamentiert. Das
liegt mir nicht. Meckern und jammern ist
etwas, was ich überhaupt
nicht abkann bei anderen. Weil ich mir
immer denke: Du
kannst was gegen die Situation, die du
gerade Scheisse findest.
Yvonne
Dinger: Das
macht die Katharina auch nicht gesund,
wenn ich den ganzen Tag dasitze und mich
frage: Warum eigentlich?
Warum, warum? Ich halt’s
mit Karl Valentin: Ich freue mich,
wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht
freue, regnet es auch.
Wie
ist aktuell das Verhältnis zwischen guten
und
schlechten Momenten?
Yvonne
Dinger: Die
guten Momente sind inzwischen wirklich rar.
Das letzte Jahr war besonders hart, weil
man nicht mehr sagen
kann, sie hat eine gute Phase. Wir haben
nur Phasen, wo sie
wirklich nur noch gute Stunden hat. Das
macht natürlich mürbe.
Wie
schwer fiel der Schritt, sich Hilfe von Pflegediensten
Wer neugierig geworden ist auf das ganze Interview, dem empfehle ich natürlich den Kauf des Buches. Weihnachten steht vor der Tür, es ist auch ein ganz fantastisches Geschenk und nicht nur wegen unseres Interviews. Auf sehr unterhaltsame Weise sind die Welt-Tage gesammelt. Oft nur als Aufzählung, häufig mit kurzen Anekdoten, Anmerkungen, mit Wissenswertem oder Lustigem ergänzt. Außer unserem Interview gibt es noch weitere längere Beiträge, beispielsweise über ein Interview mit Karl Lagerfeld am "Liebes-Tagebuch-Tag" oder ein Interview mit Klaus St. Rainer am "Welttag der Barkeeper". Und auch so wichtigen Phänomenen wie dem "Welttag der verlorenen Socke" wird ein etwas längerer, humoriger Beitrag gewidmet.
Sehr kurzweilig zu lesen, sehr interessant und humorig, so präsentiert sich das Welttage Buch. Erhältlich ist es unter der ISBN 978-3-7109-0090-7, erschienen ist es im Benevento Verlag.
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