Der "Nachteil" gesunder Ernährung

Es ist ja bekannt, dass ich zumindest bei unserer Sondenprinzessin darauf achte, dass sie gesund ernährt ist. Wir sehen zu, dass sie wenigstens überwiegend Bio-Produkte bekommt und verzichten so gut wie möglich auf verarbeitete Lebensmittel. Dass es auch Nachteile haben kann, wenn man permanent so gesund ernährt wird, haben wir und vor allem die Prinzessin bei ihrer letzten Antibiose erfahren müssen. Die Arme hatte Durchfall und mir war schon klar, dass es am Antibiotikum liegt, aber warum dem so ist, habe ich erstmal nicht begriffen. Doch dann kam ich auf die glorreiche Idee, mal die Zutatenliste unter die Lupe zu nehmen. Siehe da, da hatte ich meine Erklärung:

Vor allem der Zuckerersatzstoff "Sorbitol" wird ganz gerne auch mal als Abführmittel eingesetzt. Zugegeben in wesentlich höherer Dosierung, aber das erklärt die generelle Wirkung. Ich frage mich ernsthaft, was Aspartam und Sorbitol in einem Medikament zu suchen haben, zwei Stoffe, deren Wirkung ohnehin ein wenig umstritten ist. Sicher richtet keines der beiden einen ernsthaften Schaden an, wenn es nur während dieser Antibiose zum Einsatz kommt. Mit Sicherheit sollen die beiden Zuckerersatzstoffe zusammen mit der Glucose dafür sorgen, dass der Saft süß genug ist, dass ihn Kinder auch zu sich nehmen. Und genau da liegt jetzt der Hase im Pfeffer und die gesunde Ernährung wird zum Nachteil.

Ein normales Kind von sieben Jahren isst sicher gerne auch mal was Süßes oder trinkt Limonade. Damit die Kinder nicht allzu pummelig werden und der verpönte Zucker nicht die Oberhand gewinnt, greifen viele Eltern gerne zu zuckerfreien oder zuckerreduzierten Produkten. Die enthalten eben oft Zuckerersatzstoffe in Form von Sorbitol oder Aspartam, denn das sind die gängigen. Im Laufe seines jungen Lebens wird ein Kind also ab und an mit solchem Zeug konfrontiert und der Körper kann sich gut an geringe Mengen gewöhnen.

Unsere Tochter kann aber keine Bonbons lutschen, beißt nicht in Fast Food, trinkt keine süße Limo und kennt daher auch keine Zuckerersatzstoffe. Da sie keine reguläre Sondenkost bekommt, kommt sie auch auf diesem Wege nicht mit Glucose, Aspartam und Sorbitol in Berührung. Üblicher Haushaltszucker steht nicht auf ihrem Speiseplan, die Süße kommt nur über Fruchtzucker, Melasse oder Honig in ihre Nahrungskette. Dumm gelaufen, denn damit kam ihr kleiner Körper bislang halt nicht mit solchem Zeug in Berührung und die Wirkung ist wohl deshalb sehr viel spontaner sehr durchschlagend gewesen. Wieder etwas gelernt.

Was mich dabei noch sehr verblüfft hat, war die Tatsache, dass selbst 46 Stunden nach der letzten Gabe der Stuhl noch dünn war und sich erst so langsam - an Tag fünf - wieder normale Konsistenz einstellt. Auch das sollte man mal sacken lassen. Ich hätte mir jedenfalls nicht träumen lassen, dass eine gesunde Ernährung auch gewisse Nachteile in sich birgt.

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